Der DDR-Reisepass
Der Reisepass war in der DDR lange Zeit ein Privileg für nur sehr wenige Bürger.
Erst Mitte der 80er Jahre lockerte die DDR das Reisegesetz. Dennoch blieben Reisen in Blockfreie Staaten und in das westliche Ausland nur ein Privileg Weniger.
Rentner (Frauen ab 60, Männer ab 65 Jahre) durften insgesamt vier Wochen im Jahr in den “Westen” reisen. Bei der Beantragung musste man (als Rentner) eine “Westadresse” angeben, bis zu drei Adressen waren möglich.
Pech für Bürger die keine Verwandtschaft im Westen hatten, denn Grundlos und ohne festes Ziel durften auch Rentner nicht reisen. Aber im Allgemeinen war der DDR Bürger ja immer schon erfinderisch und so lies sich meist ein Pseudo- Verwandter auftreiben. Viele Rentner vor allem hier in Berlin “reisten” nur mal für ein paar Stunden in den Westen zum einkaufen.
Für die breite Masse der Bevölkerung gab es den Reisepass erst zur Wende, gewissermaßen als letztes DDR Ausweisdokument. Das Ende ihrer Gültigkeitsdauer haben diese Reisepässe nicht mehr erlebt, da war das Rad der Geschichte schneller.













Oktober 19th, 2008 at 17:51
Ja auch dazu hätte ich was zu sagen. Daß der normale DDR-Bürger nicht in den Westen und in den Besitz eines Reisepasses kam stimmt so nicht. Nach der Lockerung des Reisegesetzes ab ca. ‘86 (?) konnten auch Nichtrentner bei einem triftigen Grund wie z.B. rundem Geburtstag, oder Todesfall eine 10 tägige Reise beantragen. So tat ich es 1987 und wurde glatt zum 65. Geburtstag meiner Tante abgelehnt, weil meine Mutter (Rentnerin aus Ost-Berlin) ab und zu und auch zu dieser Gelegenheit hinfuhr. Die VP-Genossin sagte dann, daß diese Entscheidung nicht begründet werden muß. Als ich dann aber nicht locker ließ sagte sie: ” Da Ihre Mutter als Verwandschaftsmitglied hin fährt, haben sich die humanitären Gründe Ihrer Reise erledigt.”
1988, als diese Tante dann schwer erkrankt war und ich ein Telegramm ihres behandelnten Arztes vorweisen konnte, bekam ich den Reisepaß und ließ mich merkwürdigerweise fahren, bin dann aber wieder zurückgekommen. Als sie dann 1989 starb, durfte ich auch hin und bin da geblieben, das war am 18.09.1989. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht ersichtlich, wie es keine zwei Monate später kommen sollte.